Entstehungshintergründe von Gemeindepädagogik

In den 1970er-Jahren keimten nahezu zeitgleich in Ost- und Westdeutschland Ideen, die unter dem Begriff "Gemeindepädagogik" den Zusammenhang von Glauben, Leben und Lernen neu thematisierten (Kirchenamt der EKD [Hg.] [1982]: Zusammenhang von Leben, Glauben und Lernen: Empfehlungen zur Gemeindepädagogik. Vorgelegt von der Kammer der Evangelischen Kirche in Deutschland für Bildung und Erziehung, Gütersloh). Antriebsmomente waren

  • im Westen unter anderem die Erkenntnisse aus der ersten Mitgliedschaftsstudie der EKD (1974) über den Rückgang der Kirchenmitgliederzahlen, die Bildungsreform in den 1970er-Jahren und die Suche nach einem neuen Verhältnis zwischen Theologie und Pädagogik in Religionspädagogik und kirchengemeindlichen Zusammenhängen.
  • In ostdeutschen Landeskirchen spielten vor allem Überlegungen zur Weiterentwicklung des Katechumenats (Christenlehre, Konfirmandenarbeit, konfirmierendes Handeln) sowie zum Gemeindeaufbau eine wichtige Rolle.

Wegweisend war in der Folge die Formel Ernst Langes von der "Kommunikation des Evangeliums" (1981). Wichtig war den Initiatoren der Anfangszeit die Entwicklung einer neuen Beruflichkeit in Verbindung mit Gemeindeentwicklung und Gemeindeaufbau. Mit der Gemeindepädagogin/dem Gemeindepädagogen bzw. dem Gemeindediakon/der Gemeindediakonin als neuem Mitarbeitendentyp verbanden sich in den 1970er-Jahren Hoffnungen auf eine Kirchenreform und eine veränderte differenzierte Mitarbeitenden-Struktur einschließlich des Pfarramts.


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Publikationsdatum dieser Seite: 05.07.2018 08:57