Fachwissenschaftliche Bezüge

Die fachwissenschaftliche Zuordnung von Gemeindepädagogik ist analog zu der Vielfalt der Praxisfelder sowie der unterschiedlichen Begründungs- und Entstehungszusammenhänge vielschichtig.

In der Entstehungszeit handelte es sich zunächst primär um folgende Traditionsstränge:

  • In der katechetischen Tradition vor allem im ostdeutschen Kontext ist Gemeindepädagogik an die Stelle der Katechetik getreten.
  • In westdeutscher Tradition wurde sie als Teilbereich der Religionspädagogik konzipiert mit dem Schwerpunkt auf dem Lernort Gemeinde im Unterschied zum Lernort Schule.
  • Zugleich wurde Gemeindepädagogik auch immer in Zusammenhang mit Fragen des Gemeindeaufbaus gebracht.

In den Entwicklungen seit den 1990er-Jahren weitete sich der Ansatz, indem Gemeindepädagogik auf den "Gesamtzusammenhang von Glauben, Leben und Lernen" bezogen wurde und auf die "Kommunikation des Evangeliums" im gesamten Lebenslauf, mit allen Generationen und in vielfältigen Lebenszusammenhängen der Menschen zielt. Für die Theoriebildung ergab sich daraus eine stärker multidisziplinäre Perspektive, die neben Theologie und Religionspädagogik auch allgemeine Erziehungswissenschaft, Erwachsenenbildung, Sozialwissenschaften, Soziale Arbeit und Sozialpädagogik sowie in jüngerer Zeit auch Kulturwissenschaften und andere angrenzende Disziplinen mit einbezieht (Gemeindepädagogik als Gemeindekulturarbeit).


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Publikationsdatum dieser Seite: 05.07.2018 08:57